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Politik u. Gesellschaft
D.7. Jugendliche Straftäter -
Mit Strafrecht lassen sich soziale Probleme nicht lösen
Es ist "in" härtere Strafen für jugendliche Straftäter - und hier insbesondere für Migranten - zu fordern; dem stehen Einsparungen im Sozial- u. Bildungsbereich gegenüber. Der Ruf nach mehr Härte speist sich aus dem Glauben, dass härtere Sanktionen zu geringerer Rückfallwahrscheinlichkeit führen. -Aus der empirischen Sanktionsforschung wissen wir aber, dass das Gegenteil der Fall ist. Maßnahmen der Kinder- und Jugendhilfe, Fallzahlen der Bewährungshilfe und im Jugendamt werden dagegen selten diskutiert. Die Forderung nach Einführung von Erziehungscamps nach dem Muster von Glenn Mills missachtet US-amerikanische Analysen, die zum Ergebnis kommen, dass nach härteren (insbesondere freiheitsentziehenden) Sanktionen die Rückfallraten vergleichbarer Tat-/ Tätergruppen höher sind. Rückfallverhinderung ist im Interesse der Opfer zentrale Aufgabe des Strafrechts. Soziale versus strafverschärfende Forderungen sollen auf Basis kriminologischer Forschung und eigener Erfahrungen vorgestellt und diskutiert werden. Im Ergebnis sollen Argumente für die Öffentlichkeit erarbeitet und Hintergründe einer gewachsenen Bereitschaft der Bevölkerung "zu strafen" theoretisch hinterfragt und erklärt werden.
Zielgruppe: MitarbeiterInnen aus der Jugend(-gerichts-)hilfe, sozialen, pädagogischen und sozialpolitischen Arbeit sowie Eltern und (sozial-) politisch Interessierte Menschen aber auch (ehrenamtliche) SchöffInnen/Jugendrichter/innen
Teilnehmerzahl: 12 - 16 Dauer: 2 Tage Kosten: 170,00 € p.P.
Termin und Ort auf Anfrage